|
Das Wochenbett bedeutete früher, dass die frisch
Entbundene 6 Wochen lang mit ihrem Kind das Bett hütete,
während die Großfamilie sie liebevoll umsorgte und
verwöhnte.
Auch wenn das heute nicht mehr so ist, solltet Ihr diese
Zeit gut vorbereiten.
Das fängt mit der Wahl der Hebamme an.
Auch wenn Ihr keine Schwangerschaftsvorsorge durch eine
Hebamme wünscht und zur Geburt regulär in ein
Krankenhaus geht, solltet Ihr Euch frühzeitig um eine
Hebamme kümmern, da wir oft bereits Monate vorher
ausgebucht sind. Teils kann es schwierig werden, noch
eine Hebamme zu finden, wenn das Kind bereits geboren
ist.
Ich komme in den ersten 10 Tagen nach der Geburt täglich
zu Euch nach Hause (bei Bedarf auch ins Krankenhaus).
Danach können die Abstände zwischen den Besuchen größer
werden. Ich
- überwache die Entwicklung des Kindes
- nehme am 3.-5. Tag Blut aus dessen Ferse für den Stoffwechseltest ab
- helfe beim Stillen
- gebe Tipps z.B. bei unruhigen Kindern
- berate Euch bei Fragen zum Thema Impfen,
Allergieprophylaxe, der Vitamin D Gabe....
- kontrolliere die Heil- und Rückbildungsprozesse der
Frau
- zeige erste Übungen zur Stärkung des Beckenbodens
- gebe Informationen zur Körperpflege, Kleidung,
Ernährung, Verhütung, diversen Kursen, Haushaltshilfen,
dem erlebten Geburtsprozess, evtl. Babyblues...
Ihr bekommt genügend Raum, um Fragen zu stellen.
Die Zusammenarbeit mit Gynäkologen und Kinderärzten bei
Regelwidrigkeiten ist mir sehr wichtig.
Bei Fragen zum Abstillen könnt Ihr mich auch Monate
später zu Rate ziehen.
Das Wochenbett ist eine sehr kostbare Phase, die Ihr
genießen solltet.
Nachdem das Kind nun da ist, braucht Ihr erst mal Zeit,
um anzukommen, zu regenerieren, und den Menschen
kennen zu lernen, mit dem Ihr ein lebenslanges Band
geknüpft habt.
Eure Paarbeziehung wird neu definiert. Ihr habt nun eine
gemeinsame Verantwortung, Euer Leben ist nur begrenzt
planbar und durch Schlafdefizit, Unsicherheit und das
altbekannte Hormonkarussell kann es hier und da auch mal
schwieriger werden. Haltet Euch deswegen unnötige
Belastungen schon von vornherein vom Hals. Formulare
können bereits in der Zeit des Mutterschutzes
vorbereitet werden, Telefone können abgestellt werden,
Besucher sind auch noch 2Wochen nach der Geburt von
Eurem Kind entzückt, der frisch gebackene Vater kann
frühzeitig Urlaub einreichen und Verwandte sowie Freunde
können ebenfalls eingespannt werden, um die junge
Familie zu entlasten.
Die Hebamme ist nicht nur für die Überwachung des
Neugeborenen zuständig, ich unterstütze Euch gerne bei
allen anderen Fragen und Problemen, so dass Ihr einen
möglichst stressfreien, entspannten Start in den neuen
Lebensabschnitt habt.
Schließlich ist auch das Wochenbett keine Krankheit
sondern ein natürlicher Prozess, der Euch nicht
beunruhigen sollte.
|